SiFu Wolfgang Pusse steht an der Holzpuppe

Wolfgang Pusse: Kampfkünstler aus Leidenschaft

Nein, ein bulliger Türsteher-Typ ist Wolfgang Pusse nicht – im Gegenteil. Mit seinen 70 Kilogramm Körpergewicht wirkt der Leiter der WingTsun Schule Pusse auf den ersten Blick fast ein bisschen schmächtig. Aber gerade das beweist, dass es beim Thema Selbstverteidigung nicht auf Gewicht, Größe oder „Hau-drauf-Mentalität“ ankommt. Das vermittelt Pusse seinen Schülern immer wieder. „Ich achte sehr auf Qualität“, sagt Pusse, der seit über 25 Jahren an seiner Akademie in Wuppertal WingTsun unterrichtet und sich selbst als „Kampfkünstler aus Leidenschaft“ bezeichnet.

„Macht Spaß, wenn Schüler Fortschritte machen“

„Mir macht es Spaß, wenn meine Schüler Fortschritte machen“, beschreibt Pusse seine Motivation für das tägliche Training. Schon als junger Mann sei ihm schnell klar gewesen, dass er Wing-Tsun selbst unterrichten wolle. Das war Ende der 1970er-Jahre, Pusse hatte da erst vor wenigen Monaten überhaupt mit der Kampfkunst angefangen.

Pusse stellt Die Frage nach der Selbstverteidigung

Den Teenager aus dem Saarland hatte damals bei Discobesuchen schon die Frage umgetrieben: „Wie kann ich mich verteidigen?“ In seinem Kopf spulten sich immer wieder Bilder von gefährlichen Situationen mit pöbelnden, gewaltbereiten Discobesuchern ab. Zwar war Pusse ein begeisterter und auch guter Karate-Schüler – die Angst angegriffen zu werden und sich selbst und andere nicht verteidigen zu können, nahm ihm die Sportart aber nicht.

Kettenfauststöße überzeugten

Das änderte sich, als sein Bruder ihn überredete, WingTsun auszuprobieren. Trainiert wurde in einem Heizungskeller, Trainer sei ein Schulkamerad gewesen, erinnert sich Pusse lachend. Und die Aussage „Wir kämpfen da nicht“ ließ ihn erst zweifeln. Doch nicht zuletzt die im WingTsun bekannten Kettenfauststöße überzeugten ihn. Gegen diese wechselnden schnellen, geraden Fauststöße konnte der Karateschüler nichts ausrichten. Karate hat er nie mehr gemacht. WingTsun aber bestimmte von da an sein Leben.

„Selbstverteidigung mit Köpfchen“

Fast 40 Jahre später kann Wolfgang Pusse auf eine erfolgreiche Laufbahn mit unzähligen Lehrgängen in ganz Deutschland zurückblicken. Er gilt als einer der dienstältesten Wing-Tsunler im ganzen Land. Von seinen Schülern wird der Lehrer respektvoll als „SiFu“ angesprochen. Mit seiner Erfahrung schafft er es, ihnen die Angst vor körperlichen Auseinandersetzungen zu nehmen. Die Kunden wollen Selbstverteidigung lernen, um sich sicher zu fühlen. Und dabei sollen und wollen sie auch ihren Kopf benutzen, also Selbstverteidigung intelligent einsetzen, weiß Pusse. Um „dumpfes Draufkloppen“ geht es nicht. Stattdessen wollen sie verletzungsfrei unterrichtet werden und gleichzeitig auch etwas für ihre Fitness tun.

Wing Tsun: Eine Sache für die ganze Familie

In der Wing Tsun Schule wird Wolfgang Pusse von seiner Familie unterstützt. Tochter Isabell unterrichtet Kinder und verbindet Wing-Tsun mit funktionalem Fitnesstraining, Sohn Christian kombiniert in seinen Kursen Selbstverteidigung mit Kampfsport, während sich seine Frau Ulrike ums Administrative kümmert.

Eine bessere Form der Selbstverteidigung als Wing Tsun hat Wolfgang Pusse bislang nicht kennengelernt. Und das sagt er nicht, weil er eine eigene Schule betreibt. Er bezeichnet sich selbst als analytischen und korrekten Typen. Aber auch als einen empathischen und kooperativen Menschen. Für ihn ist es entscheidend, aus einer gefährlichen Situation herauszukommen – mit all den Möglichkeiten, die Wing Tsun bietet. Genau das gibt der „SiFu“ an seine Schüler, aber auch an seine Trainer weiter.

Viele Grüße

Sifu Wolfgang

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